Wer eine Klassenfahrt an die Ostsee plant, sucht Ausflugsziele, die Schülerinnen und Schüler wirklich beschäftigen. Das Runde Reetdachhaus in Ahrenshoop ist genau so ein Ort. Es kostet keinen Eintritt, braucht keine Anmeldung – und es löst garantiert Gespräche aus.
Das Gebäude an der Dorfstraße ist eines der meistfotografierten Motive auf dem Fischland-Darß-Zingst. Nachbarn und Urlauber nennen es Kugelhaus, Bienenstock oder Gugelhupf. Diese Geschichte steckt dahinter.
Quelle: Ostsee-Zeitung / Foto von Luna Gebauer
Was ist das Runde Reetdachhaus in Ahrenshoop?
Das Haus gehört Richard Seibt, einem pensionierten IT-Manager aus Nürnberg. Gemeinsam mit seiner Frau und dem Architekten Roland Nörpel hat er sich seinen Wohntraum an der Ostseeküste erfüllt. Die runde Form entstand aus einem praktischen Gedanken: Ein Winkel zum Schutz gegen den Wind. Aus der Ecke machte der Architekt eine Rundung – und das Ergebnis sorgt bis heute für Staunen.
Der Bau war handwerklich anspruchsvoll. Hufeisenförmige Holzträger aus dem Schwarzwald, ein geschwungenes Glasdach aus dutzenden einzelnen Dreiecken, ein Innenputz, den zuerst kein Handwerker übernehmen wollte. Am Ende kamen Fachleute aus ganz Deutschland nach Ahrenshoop, um dieses ungewöhnliche Haus zu vollenden. Alle Handwerker waren mächtig stolz – so beschreibt es Seibt selbst.
Bis zur Fertigstellung der 200 Quadratmeter Wohnfläche vergingen drei Jahre. Ende 2006 wurde die Bodenplatte gelegt. Das Haus ist heute Zweitwohnsitz. Im Sommer verbringt das Paar bis zu fünf Monate an der Ostsee.
Warum lohnt der Stopp für Schulklassen?
Das Runde Reetdachhaus eignet sich als Gesprächsimpuls für mehrere Unterrichtsthemen:
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- Architektur: Wie baut man ein rundes Haus? Was sind die Herausforderungen?
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- Regionalplanung: Warum wurde das Haus im Bauausschuss zunächst zweimal abgelehnt?
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- Nachhaltigkeit: Reet als traditioneller, regionaler Baustoff – warum hält er Witterungen stand?
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- Handwerk: Welche Berufe waren am Bau beteiligt? Wo kamen die Handwerker her?
Kein Unterrichtsmaterial der Welt ersetzt den Moment, wenn Schülerinnen und Schüler dieses Haus zum ersten Mal sehen.
Das Haus ist Privatbesitz. Ein Betreten des Grundstüks ist nicht möglich und auch nicht nötig. Der Anblick von außen – direkt von der Dorfstraße – reicht vollständig. Kein Eintritt, keine Anmeldung. Der Stopp lässt sich spontan in jeden Spaziergang durch Ahrenshoop einbauen.
Weitere kostenlose Ausflugsziele rund um Ahrenshoop
Wer mit einer Schulklasse auf dem Fischland-Darß-Zingst unterwegs ist, findet in der Umgebung weitere Programmpunkte ohne Eintritt.
Weststrand auf dem Darß
Einer der ursürnglichsten Strände in Deutschland. 14 Kilometer lang, ohne Strandkorb-Infrastruktur. Nur zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar. Kein Parkplatz, kein Trubel. Genau das richtige Format für Schulklassen, die Natur erleben wollen.
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Wald, Bodden, Salzwiesen, Sanddünen. Der Nationalpark umfasst die gesamte Halbinsel und lädt zu Naturbeobachtungen ein. Rehe, Füchse und Seeadler sind keine Seltenheit. Der Eintritt ist kostenlos.
Zeesboote am Bodden
Die traditionellen Fischerboote mit ihren ockerfarbenen Segeln liegen in den Häfen von Wieck, Born am Darß und Ahrenshoop-Althagen. Das Anschauen kostet nichts. Wer möchte, kann eine Ausflugsfahrt buchen – das ist dann kostenpflichtig.
Künstlerkolonie Ahrenshoop
Ahrenshoop ist seit über 125 Jahren eine Künstlerkolonie. Galerien säumen die Straßen. Das Durchlaufen des Ortes und Betrachten der Schaufenster kostet nichts. Das Kunstmuseum Ahrenshoop hat Eintritt, lohnt aber bei schlechtem Wetter als ergänzendes Programm.
Klassenfahrt an die Ostsee: Rechtzeitig planen ist entscheidend
Der Fischland-Darß-Zingst ist eine der beliebtesten Regionen für Schulfahrten in Norddeutschland. Unterkünfte für Gruppen sind schnell ausgebucht – besonders in den Sommermonaten.
Wer im Sommer reisen möchte, sollte spätestens sechs bis zwölf Monate vorher mit der Planung beginnen. Das gilt für die Unterkunft genauso wie für Genehmigungen, Elternbriefe und den Betreuungsschlüssel.
Auf www.kugeleis.de finden Lehrerinnen und Lehrer passende Unterkünfte für Klassenfahrten an die Ostsee – gefiltert nach Schulform, Klassengröße und Region.
Häufige Fragen zur Klassenfahrt an die Ostsee
Kann man das Runde Reetdachhaus mit einer Schulklasse besichtigen?
Das Haus ist Privatbesitz und nicht von innen zu besichtigen. Der Anblick von der Dorfstraße in Ahrenshoop ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Der Stopp eignet sich gut als kurzer Programmpunkt mit Gesprächsimpuls.
Wann sollte die Klassenfahrt an die Ostsee geplant werden?
Spätestens sechs Monate vor dem geplanten Reisetermin. In der Hochsaison (Juli/August) sind viele Gruppenunterkünfte bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht. Früh planen spart Zeit und Nerven.
Welche kostenlosen Ausflugsziele gibt es auf dem Fischland-Darß-Zingst?
Weststrand auf dem Darß, Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Zeesboote in den Boddenhäfen und die Künstlerkolonie Ahrenshoop sind allesamt kostenlos zu erkunden. Das Runde Reetdachhaus in der Dorfstraße ergänzt diese Liste als architektonisches Highlight.
Wo finde ich passende Unterkünfte für eine Klassenfahrt an die Ostsee?
Auf www.kugeleis.de gibt es eine gefilterte Übersicht über Gruppenunterkünfte für Schulklassen an der Ostsee. Die Suche lässt sich nach Region, Klassengröße und Schulform eingrenzen.
Quelle: Ostsee-Zeitung – Luna Gebauer: „Rundes Reetdachhaus in Ahrenshoop: So sieht das Architektur-Wunder von innen aus“ – ostsee-zeitung.de
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